Elternratgeber

Kinderfotos im Internet – Verantwortung beginnt schon im Kindergartenalter

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Liebe Eltern,

Ich hoffe sehr, dass Sie besinnliche und ruhige Feiertage mit Ihrer Familie verbringen durften und gut in das Neue Jahr gekommen sind.

Sicher wurden einige Fotos in dieser Zeit mit dem Handy aufgenommen und vielleicht auch auf Social Media oder WhatsApp geteilt.

Für viele Eltern ist es selbstverständlich, diese schönen Momente, auch aus dem Alltag zu fotografieren und mit der Familie, Freunden oder anderen Eltern zu teilen. Ein Foto vor dem Weihnachtsbaum, ein Foto beim Wunderkerze entzünden, ein Foto vom Geschenke auspacken, ein Foto beim Schaukeln. Ein Foto welches harmlos wirken kann. Doch Kinder in diesem Alter können nicht einschätzen oder erkennen, was es bedeutet, wenn ein Bild von Ihnen veröffentlicht und verbreitet wird. Sie können weder die Reichweite noch die möglichen Folgen verstehen – und auch nicht wirklich zustimmen.

Sie als Eltern tragen bei dem Umgang mit Fotos ihrer Kinder im Internet oder in WhatsApp Gruppen besondere Verantwortung.

Ihr Kind steht noch ganz am Anfang seines Lebensweges. Es entdeckt die Welt, lernt zu vertrauen und ist vollständig auf Ihren Schutz und Ihre Fürsorge angewiesen.

Kleine Kinder, aber viele Rechte

Wichtig ist dabei zu beachten: Auch kleine Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre, Würde, Datenschutz und das Recht am eigenen Bild. Ein Kind, das nackt am Strand spielt, weint, auf der Toilette sitzt oder in einer peinlichen Situation fotografiert wird, kann sich nicht wehren. Was Eltern vielleicht niedlich finden, kann später für das Kind beschämend sein. Das Internet vergisst nicht – und Kinder wachsen in eine Welt hinein, in der alte Bilder jederzeit wieder auftauchen können.

Fehlende Kontrolle

Ein zentrales Problem ist die fehlende Kontrolle. Fotos, die einmal verschickt oder hochgeladen wurden, lassen sich kaum zurückholen. Selbst in geschlossenen WhatsApp-Gruppen können Bilder gespeichert, weitergeleitet oder ohne böse Absicht an andere geschickt werden. Eltern wissen oft nicht, auf welchen Geräten diese Bilder landen oder wer sie später sieht.
Die möglichen Folgen für Kinder sind vielfältig. Später, in der Schule oder Jugend, können alte Bilder zu Spott, Ausgrenzung oder Mobbing führen. Kinder könnten sich bloßgestellt fühlen oder das Vertrauen zu ihren Eltern verlieren. Auch das Gefühl, keine Kontrolle über die eigene Darstellung zu haben, kann das Selbstwertgefühl beeinträchtigen.

Mitbestimmung über die eigenen Fotos

Kinder sollten so früh wie möglich mitbestimmen dürfen – auch wenn sie noch klein sind. Schon Kindergartenkinder können einfache Fragen verstehen: „Ist es okay, wenn ich ein Foto von dir mache?“ oder „Darf ich das Oma schicken?“ Wird ein „Nein“ ernst genommen, lernen Kinder, dass ihre Grenzen zählen. Das ist eine wichtige Grundlage für ein gesundes Selbstbewusstsein.

Eltern haben hier eine starke Vorbildfunktion. Wer respektvoll mit Kinderfotos umgeht, zeigt seinem Kind: Deine Gefühle sind wichtig. Deine Würde wird geschützt. Das hilft Kindern später, auch ihre eigenen Fotos und die Bilder anderer verantwortungsvoll zu behandeln.

Ein weiterer Aspekt ist der Schutz vor Missbrauch. Auch wenn es schwerfällt, darüber nachzudenken: Fotos von Kindern können von fremden Personen missbraucht oder in falschen Kontexten verwendet werden. Je freizügiger oder persönlicher ein Bild ist, desto größer ist das Risiko. Weniger zu teilen bedeutet hier mehr Schutz.

Grundsätzlich geht es hierbei nicht darum, Social Media grundsätzlich abzulehnen. Vielmehr geht es um Achtsamkeit. Manchmal ist es die beste Entscheidung, einen Moment privat zu halten. Sollten Sie ein Bild auf Instagram, WhatsApp oder ähnlichen Plattformen veröffentlichen, denken Sie immer an die Einstellung der Privatsphäre. Überprüfen Sie dabei alle Inhalte regelmäßig und löschen Sie, was nicht benötigt wird.

Indem Sie Ihre Kinder heute schützen, schenken Sie Ihnen morgen Freiheit: Nämlich die Freiheit selbst zu entscheiden, wie sie gesehen werden möchten!

Herzliche Grüße,
Juliane Suhr

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